Marokko zum zweiten

Tag 164-?/ 26-?.05.2026

Marrakesh

Früh morgens rollen wir dann los Richtung Marrakesch. Unterwegs merken wir schnell: Das Opferfest steht unmittelbar bevor. Auf einem Viehmarkt herrscht absolutes Chaos. Überall Schafe und Ziegen, die verkauft und irgendwie nach Hause transportiert werden. Teilweise sitzen schon zwei Leute auf einem Moped und das Schaf kommt noch irgendwie dazu. Andere Tiere werden einfach aufs Autodach geschnallt. Verkehrssicherheit bekommt hier definitiv eine sehr kreative Interpretation.

In Marrakesch kommen wir gegen Mittag an und fahren direkt weiter zum nächsten Mechaniker. Doch schon unterwegs wirkt die Stadt seltsam ruhig. Und tatsächlich: Auch hier sagt man uns ziemlich schnell, dass in der kommenden Woche praktisch nichts läuft. Feiertage. Werkstätten geschlossen. Wir sollen einfach nächsten Dienstag wiederkommen.

Na gut. Dann bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als unfreiwillig Urlaub zu machen – und Marrakesch ausführlich zu erkunden.

Tag 163/ 25.05.2026

Agadir, zum 4. Mal

Während wir die Ruhe genießen, schwebt allerdings mal wieder die große Frage über uns: Was hat unser Iveco eigentlich immer? Er schockt uns ja öfter mit der Meldung . „Motor prüfen lassen“, bleibt aber extrem geheimnisvoll, was die Ursache angeht. Das hilft unterwegs halt nur bedingt weiter. Also machen wir das, was man in solchen Situationen eben macht: Internetforen durchforsten. Dabei stoßen wir auf ein Diagnosegerät, mit dem man die Fehlermeldungen direkt auslesen kann. Zufällig gibt es in Agadir sogar einen spezialisierten Laden dafür. Also drehen wir noch eine Extrarunde zurück in die Stadt. Agadir zum 4. Mal.

Und tatsächlich: Das Gerät versteht unseren Iveco. Endlich können wir konkrete Fehlercodes auslesen und sogar Meldungen zurücksetzen. Ein kleiner technischer Befreiungsschlag für unsere weitere Reise, der etwas mehr Sicherheit gibt.

Leider hält dieses Gefühl nicht besonders lange an.

Wenn wir schon einmal in Agadir sind, steuern wir natürlich auch nochmal den Supermarkt an – große Supermärkte haben nach Tagen unterwegs plötzlich etwas sehr Anziehendes. Auf dem Parkplatz fällt uns auf, dass unsere Wohnkabine irgendwie schief steht. Obwohl der Boden komplett eben ist. Ein kurzer Blick unters Auto sorgt dann für einen ordentlichen Schreckmoment: Eine halbe Blattfeder fehlt. Einfach durchgebrochen. Weg.

Und wir haben absolut keine Ahnung, seit wann.

Wahrscheinlich sind wir schon seit Tagen so unterwegs, vielleicht sogar seit unserer Tour durchs Draatal. Großartig. Natürlich ist in Deutschland ausgerechnet Pfingsten, unser Ansprechpartner nicht erreichbar und wir stehen etwas ratlos in Agadir herum. Also erstmal direkt zu Iveco, die Werkstatt liegt praktischerweise um die Ecke. Dort schaut man uns allerdings eher mitleidig an. Man könne nur das komplette Federpaket bestellen, das dauere – und überhaupt sollten wir lieber zu einem Spezialisten fahren. Wo genau dessen Werkstatt ist? Naja… ungefähr dort hinten irgendwo in einer anderen Ecke der Stadt.

Also machen wir uns auf die Suche.

An einer anderen Werkstatt halten wir zunächst erfolglos an, doch der Besitzer dort ist so hilfsbereit, dass er kurzerhand auf sein Moped springt und uns persönlich zum richtigen Mechaniker lotst. Marokkanische Gastfreundschaft in Bestform. Leider gibt es einen Haken: Wir sind exakt eine Stunde zu spät. Der Mechaniker ist gerade in den Urlaub verschwunden. Opferfest. Eine Woche weg.

Tja. Und jetzt?

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Nach kurzem Überlegen beschließen wir, einfach weiter nach Marrakesch zu fahren. Rund 250 Kilometer neue Autobahn – das sollte die Feder irgendwie noch mitmachen. Marrakesch stand sowieso auf unserer Liste, und Mechaniker wird es dort vermutlich auch geben. Eigentlich wollten wir als Nächstes nach Essaouira, aber manchmal entscheidet eben das Auto über die Reiseroute.

Die Nacht verbringen wir noch einmal in Agadir, wunderschön mitten in einem Arganwald.

Tag 162/ 24.05.2026

Imouzzer des Ida-Outanane

Im Paradise Valley quatschen wir mit einer Deutschen, die schon seit einiger Zeit hier rund um das Tal lebt. Sie hat gerade einen kleinen Welpen adoptiert und ist deshalb erstmal etwas an den Ort gebunden. Von ihr bekommen wir den Tipp, noch weiter ins Tal hineinzufahren und uns die Wasserfälle von Imouzzer des Ida-Outanane anzuschauen. Da müssen wir nicht lange überlegen – die Gegend hat uns sowieso längst begeistert. Hinter jeder Kurve warten neue Felsformationen, tiefe Canyons und Landschaften, die aussehen, als hätte jemand sie extra für einen Roadtrip gebaut.

Wir folgen engen kleinen Passstraßen, glücklicherweise ohne großen Gegenverkehr und stehen dann vor den Wasserfällen. Wirklich spektakulär. Unterhalb liegen mehrere glasklare Wasserbecken, perfekt für eine Abkühlung in der marokkanischen Hitze. Das Beste daran: Hierher verirren sich kaum die typischen Tourigruppen aus Agadir. Kein Gedränge, keine Selfie-Sticks – nur wir, das Wasser und diese unglaubliche Naturkulisse.

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Tag 161/ 23.05.2026

Paradise Valley

Wir haben langsam genug von der vernebelten Küste und wollen endlich wieder Sonne und ein bisschen Bewegung. Also auf ins Paradise Valley bei Agadir. Die Straße windet sich ordentlich in die Berge hoch, und genau da meldet sich natürlich wieder unser altbekanntes Problem: Der Iveco fängt erneut an zu zicken und schmeißt eine Motorstörung rein. Diesmal immerhin ohne Adblue-Leuchte. Bergauf läuft alles halbwegs okay, bergab meckert er wieder rum. Langsam nervt es. Also erstmal Pause machen, abkühlen lassen und dann weiterfahren.

Im Paradise Valley selbst ist ordentlich was los – schließlich ist Samstag. Dazu kommen fast 40 Grad, die uns ziemlich den Stecker ziehen. Trotzdem laufen wir noch ein Stück in den Canyon hinein. Wirklich wunderschön dort: kleine Cafés, Palmen, Felsen und überall diese natürlichen Wasserbecken, die direkt zum Reinspringen einladen. Aber auf Dauer ist uns dort einfach zu viel Trubel. Also ziehen wir weiter über traumhafte Bergstraßen und finden am Ende einen ruhigen Platz irgendwo abseits der Straße. Ein leichter Wind geht, die Temperaturen werden angenehmer und plötzlich fühlt sich alles wieder herrlich entspannt an.

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Tag 159-160/ 21.05-22.05.2026

der Atlantikküste entlang in Richtung Agadir

In Sidi Ifni zieht nachts der Nebel rein und bleibt hartnäckig hängen. Mehr als knapp über 20 Grad sind da nicht drin. Der Wetterbericht Richtung Agadir verspricht dagegen Sonne, also packen wir zusammen und machen uns wieder auf den Weg. Kaum sind wir ein Stück von der Küste weg, wird es schlagartig wärmer. Die Sonne knallt runter und das Thermometer springt stellenweise direkt auf 38 Grad.

Da wir sowieso noch vier Wochen in Marokko unterwegs sind, lassen wir es entspannt angehen und fahren keine große Etappe. Nach gerade mal 40 Kilometern stehen wir schon wieder am Meer, diesmal an einem kleinen Fischereihafen. Dort zeigt sich direkt wieder das gleiche Spiel: Über dem Wasser hängt der Nebel wie festgetackert, während ein paar Kilometer weiter die Sonne scheint. Uns egal, wir wollen sowieso nur eine Nacht bleiben. Dafür bekommen wir von einem Fischer fangfrischen Fisch direkt am WoMo verkauft – besser geht’s eigentlich nicht. Plötzlich rollt noch ein riesiges 8×8-Tatra-Expeditionsmobil aus Österreich vorbei. Was für ein Monster von einem Fahrzeug.

Die restlichen 80 Kilometer nach Agadir fahren wir früh am Morgen. Nach all den Pisten, Sandfahrten und dem nicht gerade sauberen Diesel hat sich der Iveco mal ein kleines Wellnessprogramm verdient: Ölwechsel, Filterwechsel, einmal Rundum-Service. Die Werkstatt in Agadir kennen wir inzwischen schon ziemlich gut und die Jungs dort freuen sich tatsächlich, uns wiederzusehen. Noch lustiger: Marlies und Carsten aus Hamburg stehen mit ihrem Bimobil ebenfalls dort und machen genau das gleiche Programm. Die beiden haben wir ursprünglich am Strand von Varela in Guinea-Bissau kennengelernt. Seitdem laufen wir uns auf der Rückreise immer wieder zufällig über den Weg – erst in Gambia und jetzt schon wieder hier in Agadir. Die Welt ist manchmal echt klein.

Nachdem wir unsere Einkäufe und Besorgungen erledigt haben, wollen wir schnell wieder raus aus der Stadt. Also geht’s nur etwa 20 Kilometer weiter Richtung Bananenstrand, der vor allem bei Surfern ziemlich beliebt ist. Viel los ist allerdings nicht. Gegen Abend zieht dann – Überraschung – wieder der Nebel rein.

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Tag 157-158/ 19.05-20.05.2026

Sidi-Ifni

In Guelmim kümmern wir uns erst mal um die ganz normalen Sachen des Reisens – einkaufen, Wasser auffüllen, Bier suchen (findet man hier unten in versteckten Garagenshops) – bevor es weiter Richtung Atlantik nach Sidi Ifni geht. Auf unserem Weg gen Süden waren wir hier bisher noch nicht gewesen. Die Stadt selbst ist keine Perle, aber für Surfer scheint sie ein kleines Paradies zu sein. Wir setzen uns eine Weile ans Wasser und schauen ihnen dabei zu, wie sie Welle um Welle mitnehmen.

Am Campingplatz legen wir einen kurzen Stopp ein, hauptsächlich für die Waschmaschine, endlich mal keine Handwäsche – auch das gehört dazu. Das eigentliche Highlight wartet erst am nächsten Tag: Etwa zehn Kilometer nördlich von Sidi Ifni liegt direkt am Strand der beeindruckende „Asleep Arch“, ein riesiger Felsbogen mitten an der Küste.

Schon die Fahrt dorthin ist wunderschön. Die Hügel leuchten plötzlich in allen möglichen Farben: rote Sukkulenten, grüner Thymian und überall Kakteen. Zusammen sieht das fast unwirklich aus und lässt sich auf Fotos kaum einfangen. Nach all den eher kargen Landschaften auf unserer bisherigen Reise fühlt sich diese Gegend endlich wieder richtig bunt an – genau diese Farben haben uns unterwegs ein bisschen gefehlt.

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Tag 153-156/ 15.05-18.05.2026

Auf Pisten durchfahren wir das Draa-Tal

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Für die nächsten Tage zieht es uns ins ursprüngliche Tal der Draa. Statt Asphalt haben wir uns eine abgelegene Piste von Tan-Tan nach Assa ausgesucht – genau unser Ding. Größtenteils fahren wir direkt durchs ausgetrocknete Flussbett und angrenzenden Überflutungsflächen. Man bekommt sofort eine Ahnung davon, welche Kräfte hier wirken, wenn nach Regen plötzlich Wassermassen durchrauschen.

Am Anfang ist die Strecke noch recht gut geschottert, aber Menschen begegnen wir kaum noch. Ein Landi kommt uns entgegen, irgendwo taucht ein Hirte mit seinen Tieren auf – das war’s dann auch schon. Dafür begleitet uns der Wind ständig. So stark, dass die schief gewachsenen Bäume verraten, dass das hier wohl ganz normal ist. Am Abend suchen wir uns irgendwo hinter ein paar Büschen Schutz und schlagen unser Nachtlager mitten in der Wildnis auf. Das WoMo wackelt wie auf hoher See.

Am nächsten Morgen geht’s weiter durch eine Landschaft, die uns ständig staunen lässt. Riesige Felsrücken säumen das Tal, überall diese verrückten Gesteinsschichten, als hätte jemand die Berge in Streifen bemalt. Die Piste verzweigt sich ständig, mal kreuzen sich Wege, mal enden sie einfach im Nirgendwo. Aber irgendwie finden wir immer wieder die richtige Spur. Unser Iveco muss sich dabei manchmal ordentlich durchkämpfen.

Die zweite Nacht verbringen wir zwischen kleinen Dünen und Akazienbäumen. Der Wind hat endlich etwas nachgelassen und so können wir abends sogar ein kleines Lagerfeuer machen – das gehört irgendwie zur Abenteuerromantik dazu. Kein Licht, kein Geräusch, einfach nichts außer Wüste und Sternenhimmel. Die Sterne wirken hier so klar und zahlreich, dass man die Milchstraße und die Sternenbilder optimal sehen kann. Morgens spazieren dann noch zwei Kamele neugierig am WoMo vorbei, ziehen aber ziemlich schnell weiter. Genau wie wir.

An Tag drei müssen wir das Flussbett gleich zweimal queren. Bei der zweiten Überfahrt stehen plötzlich Zäune im Weg – hier hat jemand Felder angelegt. Also heißt es improvisieren und den Weg nehmen, der am meisten benutzt aussieht. Einige Kilometer später finden wir dann doch noch eine richtige Querung und landen wieder auf unserer ursprünglichen Route.

Heute ist außerdem mein Geburtstag. Also suchen wir schon früh am Nachmittag ein schönes Plätzchen und machen es uns gemütlich. Eine Flasche Rotwein haben wir noch dabei, dazu etwas zum Grillen – mehr braucht es eigentlich nicht. Irgendwo mitten im Nirgendwo sitzen wir zusammen und genießen den Abend.

Die letzten 30 Kilometer bis zur Straße nach Assa führen fast nur noch über Geröll und Steinwüste. Gegen Mittag erreichen wir schließlich wieder festen Untergrund. Von dort wollen wir noch weiter bis zur heißen Quelle bei Faes fahren und übernachten. Die letzten zehn Kilometer dorthin sind allerdings nochmal eine echte Rüttelpiste. Langsam arbeiten wir uns voran, bis wir schließlich ankommen.

Das Wasser der Quelle ist angenehm warm, allerdings lädt der viele Schlamm im Becken nicht gerade zum Baden ein. Für ein Fußbad reicht’s trotzdem. Gleichzeitig hängt so viel Sand in der Luft, dass wir spontan beschließen, uns lieber geschützt hinter die Mauern eines Campingplatzes in der Oase Tigmehrt zu stellen. Dann genießen wir eben hier das heiße Wasser einer Dusche. 

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Tag 145-152/ 07.05-14.05.2026

Durch die Westsahara

Es fühlt sich verrückt an: Vor über drei Monaten sind wir genau diese Strecke schon einmal gefahren – damals von Nord nach Süd. Jetzt geht’s zurück, immer an der Küste entlang. Viel Auswahl gibt es hier nämlich nicht. Zumindest nicht, wenn man als Tourist unterwegs ist.

Und irgendwie merken wir, dass sich unser Blick verändert hat. Als wir frisch aus Europa nach Südmarokko kamen, wirkte hier alles ziemlich karg und arm auf uns. Auch einkaufen war damals eher… überschaubar. Nach den letzten Monaten in noch ärmeren Ländern fühlt sich Marokko jetzt fast schon komfortabel an. Verrückt, wie schnell sich die eigene Wahrnehmung verändert. Nicht das Land hat sich geändert – wir haben es.

In Dakhla stürzen wir uns erstmal begeistert auf Obst und Gemüse. Wie sehr uns das gefehlt hat, merken wir sofort. Zwei prall gefüllte Tüten für unter zehn Euro, alles frisch, bunt und endlich mal an einem einzigen Stand. Kein ewiges Zusammensuchen mehr. Da macht Kochen direkt wieder Spaß. Also suchen wir uns ein schönes Plätzchen am Strand und genießen erstmal genau das.

Was uns auffällt: Wir treffen kaum noch andere Reisende. Dakhla ist eigentlich bekannt für seine Surfszene. Im Januar standen hier noch überall Camper und Surfer am Strand, jetzt im Mai wirkt alles fast verlassen. Und genau so bleibt es auch weiter entlang der Westsahara: endlose Straßen, viel Wind und erstaunlich wenig Menschen.

Damit die Fahrerei nicht komplett eintönig wird, biegen wir in Laâyoune irgendwann ins Landesinnere Richtung Esmara ab. Nach den 40 Grad im Senegal fühlen sich die knapp 20 Grad an der Küste nämlich plötzlich ziemlich frisch an. Unser Gedanke: Weg vom Meer = wärmer. Tja… so richtig aufgegangen ist der Plan nicht.

Die Straße läuft kilometerlang parallel zum längsten Förderband der Welt. Darüber wird hier mitten aus der Sahara Phosphor bis zum Hafen von El Marsa transportiert. Ziemlich beeindruckend eigentlich – und ehrlich gesagt fast schon das Highlight der Strecke. Ansonsten gibt’s vor allem eins: Weite. Sand. Wind. Und Temperaturen, die auch im Landesinneren nicht wirklich wärmer werden.

Wir wollen noch weiter bis Tan Tan und dann auf die Offroad Piste durchs Draa-Tal.

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Tag 142-144/ 03.05-06.05.2026

Zurück nach Marokko

Die Grenze bei Diama schaffen wir überraschend fix – zwei Stunden, und wir sind durch. Während wir warten, lernen wir eine französische Familie kennen: drei Kinder, Fahrräder, Zelt – und das Ziel ist, quer durch die Sahara bis nach Madrid zu fahren. Ziemlich verrückt. Und ziemlich beeindruckend. Aber es ist nicht ihre erste Reise auf diese Art.

Dann Mauretanien. Und bam – Kulturschock. Gerade noch das bunte, lebendige Senegal, und plötzlich wirkt alles deutlich ruhiger, strenger, irgendwie grauer. Wir organisieren uns die nötige Autoversicherung für die Durchreise und ziehen weiter.

Unsere erste Nacht verbringen wir im Diawling-Nationalpark. Pelikane in riesigen Kolonien, Warzenschweine, Affen – eigentlich total faszinierend. Wäre da nicht die Straße… oder besser gesagt: das, was mal eine war. Die ersten Kilometer sind in einem sehr desolaten Zustand und mühsam zu fahren, wir kommen kaum voran. Nach etwa 40 km dann endlich eine neue Straße – und plötzlich fliegen die Kilometer nur so dahin.

Einmal müssen wir noch durch die Hauptstadt Nouakchott. Der Verkehr? Immer noch Chaos pur. Aber was uns auf dem Hinweg noch gestresst hat, lässt uns jetzt ziemlich kalt. Wir treiben einfach mit. Die Stadt selbst… sagen wir mal so: Wir haben keinen großen Drang, länger zu bleiben. Also nichts wie raus und ab in die Dünen. Einsamkeit, Sand, Ruhe. Tagsüber 39°, nachts runter auf angenehme 25° – damit lässt sich leben.

Nach drei Tagen ist Mauretanien geschafft, und wir stehen an der Grenze zu Marokko. Kaum was los, alles geht überraschend schnell – nach zweieinhalb Stunden sind wir durch, inklusive Auto-Scan und Papierkram. Beim letzten Mal haben wir hier noch sieben Stunden verbracht. Läuft.

Wir fahren nicht mehr weit, sondern suchen uns ein Plätzchen im Windschatten einer riesigen weißen Düne. Und ganz ehrlich: einfach nur beeindruckend. Wir bleiben erstmal ein paar Tage, sortieren uns, planen die nächsten Wochen. Marokko hat noch einiges zu bieten, im Atlasgebirge waren wir noch gar nicht und ein paar Pisten stehen definitiv noch auf unserer Liste.

Ach ja – der Dieselpreis ist auch hier gestiegen: von etwa 0,80 € auf 1,20 €. Für uns immer noch okay, aber für die Menschen hier schon ein spürbarer Unterschied.

Eigentlich sind wir vor der einsetzenden Regenzeit geflohen – Wir stehen hier an unserer weißen Düne, alles ruhig, alles trocken… denkt man. Und dann fallen da nachts einfach ein paar Tropfen vom Himmel. Nicht viel, nur ein leichter Regen – aber trotzdem völlig surreal. Regen in der Wüste hat irgendwie was Absurdes.

hinter Diama
Die ersten Km in Mauretainen
Nouakschott
genialer Daimler?
moderne LED Technik
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der weiße Sand der Sahara
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